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Rückblick auf dem Alten Parkeingang

des Jahres 2006

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Ein historischer Rückblick auf dem Parkeingang im Jahr 2006

Rückblick

Hier ein kleiner Rückblick über die Geschichte des Greizer Parkeinganges.

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Rückblick 1967: Wie soll der Parkeingang künftig aussehen?

Ein Auszug aus dem Greizer Heimatboten von 1967

Wie soll der Parkeingang künftig aussehen?

Greizer Parkfreunde trafen sich zur Beratung der Pläne
Was soll mit dem Parkeingang bei der „Freiheitsbrücke" werden, wenn — wie vorgesehen ist — in diesem Jahre endlich die beiden alten, unschönen und längst baufälligen Häuser geräumt und abgerissen sein werden? Ein geräumiger, freier Eingangsplatz wird dann hier entstehen, zumal, wenn noch der Vorgarten beim Gelände des ehemaligen Parktheaters (neben dem Gewächshaus) dazu genommen wird. Längst existiert der Plan, hier eine würdige Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer gegen Faschismus und Krieg, zu errichten. Die Frage aber stand und steht: wie soll dieser künftige Platz, zugleich Aufmarschplatz zu den entsprechenden Gedenkfeiern, gestaltet werden? In welcher Form soll das geschehen und wie soll diese Gedenkstätte aussehen? Darüber unterhielten sich im Dezember Mitglieder und Freunde der Parkgesellschaft im Deutschen Kulturbund mit Vertretern des Rates des Kreises und des Rates der Stadt Greiz. Dr. Werner Becker, Initiator und Leiter der Parkgesellschaft, bot als Grundlage für die Diskussion anschauliche Lichtbild-Wiedergaben von verschiedenen Anlagen und Denkmalen dieser Art in unserer Republik und im befreundeten sozialistischen Ausland, künstlerisch gute oder weniger gute Beispiele.

 

Sie zeigten verschiedenartige Möglichkeiten der Platz- und Mahnmalsqestaltung und bestätigten die in der sich anschließenden Aussprache gestellte Forderung: es muß ein künstlerisch wertvolles, gutes, der' Parklandschaft angepaßtes Denkmal werden, billige und dilettantische Lösungen verbieten sich hier! Dies auch im Blick auf das künstlerisch so hervorragende Werk des sterbenden Kriegers von Professor Albicker in der Parkkapelle, zu dem es ein aufrüttelndes Gegenstück werden muß.
So war der Vorschlag, zu gegebener Zeit entweder einen bereits angebotenen Meisterschüler oder Diplomanden der Kunstakademie Berlin oder sogar einen Bildhauer wie Prof. Cremer selbst damit zu beauftragen, keineswegs „absurd", sondern durchaus real. Er fand volle Zustimmung, besonders der anwesenden Vertreter dei VVN, die auf die Bedeutung eines solchen Ehrenmals hinwiesen und betonten, es müsse ein vorwärtsweisendes, aufrüttelndes und bekenntnishaftes Zeugnis des Befreiungskampfes von Faschismus und Krieg zur Ehrung aller in diesem Ringen gefallenen Helden werden. Die Frage, ob das in Gestalt einer großen Plastik oder eines Reliefs zu geschehen habe, bleibe offen, bis die mit der Arbeit beauftragten Künstler sich ihre Meinung entsprechend den gegebenen Verhältnissen und dem Thema gebildet haben und entsprechende Entwürfe vorlegen können. Von Seiten des Rates der Stadt (Bürgermeister Bernhardt) wurde ebenfalls betont, daß die Anlage der Ehrung würdig sein müsse und die Frage der Kosten nicht alleinig ausschlaggebend sein dürfe. Hier ist, wie man hörte, außerdem mit einer Unterstützung von Seiten der Abteilung Kultur des Rates des Bezirkes bzw. des Ministeriums für Kultur aus dem Kulturfonds der Republik zu rechnen, wenn ein entsprechender Künstler beauftragt wird.
Grundsätzlich wurde man sich klar, daß der Platz am Parkeingang und nicht das Parkinnere am besten für eine solche Gestaltung geeignet sei und begrüßte den Vorschlag des Bürgermeisters, eine Arbeitsgruppe von 6—8 Fachleuten und Parkfreunden zu bilden, die sich mit allen diesen Fragen beschäftigen, eine maßgebliche Konzeption entwickeln und Vorschläge für die Beauftragung eines Künstlers bzw. einer Ausschreibung machen. Auch Städteplaner und Architekten sollten dabei nicht übergangen werden, um eine bestmögliche Gesamtlösung zu finden. Geht es hier doch um ein Werk, das kommenden Generationen Zeugnis vom sozialistischen Aufbau und vom künstlerischen Willen unserer Zeit ablegen und zugleich unserem herrlichen Lenin-Park eine ihm würdige Eingangspforte schenken soll!
Bild und Text (gekürzt) aus den Greizer Heimatboten von 1967

Wichtige Parkperspektiven — zur Diskussion gestellt


Zu Vorschlägen der Parkgesellschaft an den Rat der Stadt Greiz

Die beiden unschönen, alten Häuser am Parkeingang bei der „Freiheitsbrücke" wurden im April/Mai abgerissen und sind, nachdem sie mehr als hundert Jahre hier standen, verschwunden. Ein größerer freier Platz ist damit entstanden und ein würdigerer Parkeingang, mit freier Sicht von der Brücke und Bruno-Bergner-Straße auf das Eingangsgelände mit seinen gepflegten Anlagen längs des Parkgewächshauses, gewährleistet. Noch muß die neugewonnene freie Fläche gärtnerisch bearbeitet und ausgestaltet werden. Denn dieses Kleinod der Stadt Greiz, auch in diesen Sommermonaten wieder von vielen Tausenden aus nah und fern besucht, ist nicht nur ein geschütztes Denkmalsobjekt, sondern zählt zugleich zu den wichtigsten Greizer Einrichtungen beim Aufbau einer zielstrebigen Naherholung im ganzen Kreisgebiet. Dem Rat der Stadt fallen dabei wichtige Aufgaben zu, nicht zuletzt mit tatkräftiger Unterstützung der Gesellschaft der Parkfreunde im Deutschen Kulturbund, Ortsgruppe Greiz, zu realisieren.
Was ist geplant? Eine an der linken Parkgewächshausseite angebrachte, graphisch anschaulich gemachte Darstellung weist auf die wichtigsten Punkte dieser Perspektivplanung hin:
1. Die gesamte Parkanlage wird weiter gepflegt, der wertvolle Baumbestand systematisch verjüngt und die z. T. verwachsenen, weiten Durchblicke durch entsprechende Ausholzungen wiederhergestellt.
2. Der freigelegte Parkeingang wird durch Anlage von Grünflächen neu gestaltet, später auch das kleine Gewächshaus vor der Parkgärtnerei verlegt. Bis zum 20. 7. 10. 1969 soll hier am rechten Elsterufer ein Mahnmal errichtet werden, das den siegreichen Widerstandskampf deutscher Antifaschisten und die Befreiung vom Faschismus durch die siegreiche Sowjetarmee künstlerisch vergegenwärtigt.
Vom Rat der Stadt wird dazu ein Wettbewerb (mit der Akademie der bildenden Künste in Berlin) ausgeschrieben, dessen Entwürfe der Bevölkerung öffentlich zur Diskussion gestellt werden.
3. Bis zum 50. Jahrestag der großen sozialistischen Oktoberrevolution soll an der Wegegabelung zwischen Gewächshaus und Sommerpalais eine Büste Lenins, dessen Gedenken der Name des Parks ehrt, aufgestellt werden.

Text und Bild Heimatbote 1968

Der durch Abbruch der beiden alten Häuser am Parkeingang geschaffene weite Platz gibt nunmehr einen schönen Blick von der Freiheitsbrücke frei

(Foto: W. Wieduwill, VW)

 

Parkeingangsgestaltung — in drei Entwürfen

Jury beauftragte Jürgen Raue-Berlin mit veränderter Modellgestaltung
Drei Modelle waren es, mit denen sich Ende Februar eine vom Rat der Stadt benannte Jury unter Vorsitz von Bürgermeister W. Bernhardt im Rathaussitzungssaal noch einmal zu befassen hatte, um die Neugestaltung des Parkeingangs an der „Freiheitsbrücke" festzulegen: als würdige Gedenk- und Mahnstätte für die Kämpfer gegen Faschismus und Krieg, zugleich zu ehrendem Gedenken sowjetischer Helden des zweiten Weltkriegs, wie es die Konzeption sagt. Zwei der Modelle der Berliner Künstler Hans Peter Goettsche und Paul Heinz Wörner waren bis Anfang Februar in einem Schaufenster des<Kaufhauses „Magnet" am Puschkin Platz zu besichtigen gewesen, ein dritter Entwurf von dem jungen Berliner Jürgen Raue kam nun hinzu.
Obwohl alle drei Entwürfe nach Ansicht der Jury noch keine endgültige Lösung der Problematik boten, war man der Meinung, dass die Arbeit von Jürgen Raue die Thematik am stärksten zum Ausdruck brachte, jedoch noch gewisse Änderungen notwendig seien. Er wurde daher beauftragt, den Entwurf in größerem Maßstab (1:5) und mit Abänderungen, die im einzelnen zu besprechen sind, nochmals vorzulegen, um eine endgültige Lösung zu finden. Wir stellen unseren Lesern hier alle drei Modelle im Bild und mit kurzer Erläuterung vor:
Modell von Hans Peter Goettsche: Ein dreiseitig umlaufender Relieffries auf einem monumentalen Block in Granit oder Sandstein, mit symbolischen Motiven des Widerstandskampfes. Dazu eine Figurengruppe in Bronze (ca. 2,80 m), wobei durch Umfriedung des Geländes ein in sich geschlossener Raum gewonnen werden soll, auch längs der Elsterseite durch entsprechende Bepflanzung.
Modell von Paul Heinz Wörner: Freies Gelände, hinten abgeschlossen von einer aus 3 Bronzefiguren bestehenden Gruppe, die zum Parkgelände durch den vorhandenen Baumbestand in Beziehung gebracht ist. Sie symbolisiert durch einen Sowjetsoldaten den Sieg über den Faschismus und den Schutz des Friedens, durch einen antifaschistischen Widerstandskämpfer und ein Kind die glückliche Zukunft. Rechts von der Gruppe schließt eine niedrige Steinwand, auf der auch Inschriften möglich sind, den Platz ab.
Modell von Jürgen Raue: Mit wenig Aufwand der Parkeingangslandschaft eingegliedert (elsterseitig kleine Pflanzungen), wird das Gelände hinten von einer breiten Figurengruppe und einer durchlöcherten Ziegelmauer abgeschlossen. Die ca. 3 m hohe Figurengruppe zeigt das Element der Zerstörung durch den Faschismus in einer niedergebrochenen Frau, die von zwei männlichen Gestalten, die den Stacheldraht zerreißen, befreiend emporgerichtet wird.
Die Parkgesellschaft im Deutschen Kulturbund, Ortsgruppe Greiz, führt am.4. April im Klub an Hand der drei Modelle eine öffentliche Aussprache durch, die viel Interesse finden sollte. Von Seiten der Jury wurde für das Modell Raue angestrebt, den Gedanken sieghafter Befreiung vom Faschismus in der Figurengruppe noch typischer charakterisieren zu lassen und dazu einen neuen Vertragsabschluss zu tätigen. Das neue Modell soll dann zur Ausstellung anlässlich des 20. Jahrestages der Republik gezeigt werden, wodurch sich die Ausführung selbst zeitlich verschieben wird.
Text: Dr. Hauschild, Heimatbote .3.1968

Jürgen Raue am Modell
seines Entwurfs, der in offener Weise die Parklandschaft am Eingang einbezieht und durch eine ausdrucksstarke Figurengruppe mit einer Art Mauer seitlich abschließen
lässt. (Foto: M. Boettcher)

Das Modell von H. P. Goettsche,
zur Parkeingangsgestaltung, das neben einer
Figurengruppe (rechts größer) einen monumental
wirkenden, viereckigen Block mit Inschriften und
Bepflanzung ringsum einen geschlossenen
Rahmen schaffen will. (Foto: M. Boettcher)  

Das Modell von Paul Heinz Wörner (Berlin)
für die Neugestaltung des Parkeingangs, das mit dem
von Hans Peter Goettsche zusammen im Februar
ausgestellt war. Die gesondert gestellte Figurengruppe
zeigt ein Mädchen mit zwei männlichen Gestalten,
die die Befreiung vom Faschismus und den Widerstandskampf dokumentieren.
(Foto: M. Boettcher)  

Der neue Parkeingang um 1975

Der Parkeingang mit dem neuen Mahnmal um 1980, Repro. einer Postkarte

 

Das Mahnmal kurz vor den Abriss / Bild großklicken

 

 

Hier kann man noch einen Blick auf das Mahnmal werfen, aber nicht mehr lang. Der Stapler wartet schon mit dem Abtransport. Aber man ließ es erst dunkel werden, und im finstern begann der Transport bis in den Hof der Parkgärtnerei. Früh gegen 7:00 Uhr ging der Transport wieder im Finstern auf den alten Friedhof. Hier setzte man das Mahnmal auf das bereits vorgefertigte Fundament weit abseits des Hauptweges.

Das entfernen des Mahnmal war keine Bedingung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, sie hätte das Denkmal bei der Neugestaltung mit integriert. Entschieden hat dies mit knapper Mehrheit der Stadtrat der Stadt Greiz. Führend war hier die CDU, vor allen Mitglieder, die das 3. Reich nur aus Aufzeichnungen kennen.

Gerade in unserer heutigen Zeit ist es doch unverständlich ein Mahnmal gegen den Faschismus zu verstecken.


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